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Baumarten · 3 Min. Lesezeit

Welche Baumarten kommen mit der Trockenheit zurecht?

Welche Arten die Dürrejahre seit 2018 überstanden haben, was eine Baumart trockenheitsverträglich macht und warum trotzdem gemischt wird.

Warum Trockenheit zum Kernproblem wurde

Seit 2018 reihten sich in Süddeutschland mehrere ausgesprochen trockene Jahre aneinander: 2018, 2019, 2020 und 2022 stachen dabei besonders heraus. Für Bäume, die über Jahrzehnte auf ein bestimmtes Niederschlagsmuster eingestellt sind, war das mehr als ein einzelner schlechter Sommer. Es war eine Serie, gegen die sich manche Arten deutlich besser behaupten konnten als andere.

Am stärksten traf es die Fichte. Sie stammt ursprünglich aus kühleren, niederschlagsreicheren Lagen und wurde in Baden-Württemberg trotzdem über Jahrhunderte in großem Stil gepflanzt, weil sie schnell wächst und wirtschaftlich wertvolles Holz liefert. In den Dürrejahren sank ihr Harzfluss (die wichtigste Abwehr gegen den Borkenkäfer), und ganze Bestände wurden binnen weniger Jahre unbrauchbar. Das ist der Grund, warum auf vielen Flächen heute überhaupt neu und anders gepflanzt wird.

Was eine Art trockenheitsverträglich macht

Meist entscheiden drei Eigenschaften: die Wurzelform, der Umgang mit Wasserverlust über die Blätter und die Zusammenarbeit mit Bodenpilzen. Tiefwurzler wie die Eiche senken eine kräftige Pfahlwurzel mehrere Meter in den Boden und erreichen damit Wasserschichten, an die flachwurzelnde Arten gar nicht herankommen. Die Fichte gehört zu den Flachwurzlern. Das ist einer der Gründe, warum sie in trockenen Jahren so schnell ins Straucheln geriet.

Dazu kommt, wie eine Art mit Wasserverlust umgeht. Manche Bäume werfen bei akutem Wassermangel früher Laub ab, um die Verdunstungsfläche zu verkleinern, andere haben von vornherein kleinere, derbere Blätter. Auch die Zusammenarbeit mit Mykorrhizapilzen im Boden spielt eine Rolle: Sie verlängern das Wurzelsystem quasi unsichtbar und verbessern die Wasseraufnahme zusätzlich.

Keine dieser Eigenschaften macht einen Baum unverwundbar. Sie verschieben nur, ab welchem Ausmaß an Trockenheit ein Baum in ernsthafte Schwierigkeiten gerät: Eine tiefwurzelnde Art hält spürbar länger durch als eine flachwurzelnde, muss aber bei einer mehrjährigen Dürre am Ende genauso mit sinkenden Grundwasserständen zurechtkommen.

Die Arten im Bestand: von robust bis anspruchsvoll

  • Traubeneiche und Elsbeere: ausgesprochene Spezialistinnen für trockene, warme Standorte, beide mit tiefer Pfahlwurzel.
  • Winterlinde und Hainbuche: kommen gut mit Hitze zurecht und gehören zu den verlässlicheren Arten in warmen Lagen.
  • Vogelkirsche: einigermaßen anpassungsfähig, aber keine ausgesprochene Trockenheitsspezialistin.
  • Rotbuche und Bergahorn: von den hier genannten Arten die empfindlichsten in ausgeprägten Trockenjahren.

Gerade bei Rotbuche und Bergahorn lohnt der ehrliche Blick: Die Buche gilt traditionell als die Baumart Mitteleuropas schlechthin, zeigte aber in den Dürrejahren seit 2018 auf flachgründigen, sonnenexponierten Standorten deutliche Schäden: vertrocknete Kronen, vorzeitigen Laubfall, in Einzelfällen Absterben. Der Bergahorn wiederum reagiert in heißen, trockenen Sommern zunehmend anfällig für die Rußrindenkrankheit, einen Pilz, der geschwächte Bäume befällt.

Warum trotzdem beide Arten mitgepflanzt werden

Kein einzelner Baum muss die perfekte Antwort auf Trockenheit sein: Genau das ist der Punkt an einem Mischwald. Rotbuche und Bergahorn übernehmen andere Aufgaben im Bestand: Die Buche hält mit ihrem dichten Kronendach den Waldboden kühl und feucht, der Bergahorn wächst schnell und verbessert mit seinem Laub den Boden für langsamere Arten daneben.

Ein Bestand aus mehreren Arten mit unterschiedlichen Stärken übersteht ein schlechtes Jahr eher als eine Fläche, auf der alle Bäume genau gleich reagieren. Das war exakt das Problem der Fichten-Monokultur. Und es ist der Grund, warum auf den Flächen heute keine einzelne Art mehr allein steht.

Welche Art ein bestimmter Baum am Ende wird, entscheidet sich deshalb nicht danach, welche Art gerade am trockenheitsresistentesten gilt, sondern nach dem festgelegten Mischungsverhältnis der gesamten Fläche. Traubeneiche stellt mit dreißig Prozent bewusst den größten Anteil, weil sie die verlässlichste Art für die zu erwartenden trockenen Jahre ist. Die übrigen sechs Arten füllen die Fläche daneben mit ihren jeweils eigenen Stärken auf.

Geschrieben von der Redaktion des Staufenwalds. Wir forsten die Kuchalb bei Donzdorf wieder auf und schreiben über das, was wir dabei sehen. Fachliches lassen wir vom Förster gegenlesen.

Einen echten Baum pflanzen lassen?

Auf einer benannten Fläche in Baden-Württemberg, mit Koordinaten auf der Urkunde. Du kannst hinfahren und ihn ansehen.