Einen Baum zur Geburt zu pflanzen ist eine der ältesten Ideen überhaupt, und sie hält sich aus einem guten Grund: Das Kind und der Baum fangen am selben Tag an. Alles andere, was zur Geburt geschenkt wird, ist in zwei Jahren zu klein oder kaputt.
Die Frage ist nur, was praktisch daraus wird. Ein Baum, den niemand wiederfindet, ist eine Geste; ein Baum, zu dem man mit dem Kind hinfahren kann, ist etwas anderes. Der Unterschied liegt nicht am Preis, sondern an einer einzigen Angabe — und die fehlt bei den meisten Angeboten.
Wann Sie das lieber nicht tun sollten
Wenn ein eigener Garten da ist, pflanzen Sie dort. Ein Baum, an dem das Kind täglich vorbeigeht, schlägt jede Patenschaft, und ein Apfelbaum aus der Baumschule kostet weniger als eine Patenschaft über fünf Bäume. Auch das Grundstück der Großeltern zählt, wenn es in der Familie bleibt.
Eine Patenschaft ist die richtige Wahl in genau dem Fall, der heute der häufigere ist: kein eigenes Grundstück — oder eines, von dem niemand weiß, ob die Familie in zehn Jahren noch dort wohnt. Dann ist eine Fläche, die dauerhaft Wald bleibt, verlässlicher als der eigene Rasen.
Was wirklich passiert, Schritt für Schritt
Zwischen der Bestellung und einem Baum, der im Boden steht, liegt eine Pflanzsaison. Gepflanzt wird im Frühjahr und im Herbst, nicht im Juli — ein Setzling, der im Hochsommer in trockenen Boden kommt, überlebt ihn meist nicht. Wer im August bestellt, hat im Oktober oder November einen gepflanzten Baum.
- Sofort: Urkunde mit Namen und Prüfcode, online abrufbar. Sie können sie ausdrucken und zur Geburt überreichen.
- Nächste Pflanzsaison: Der Baum wird gesetzt, mit Wuchshülle gegen Wildverbiss. Die Koordinaten kommen dazu.
- Ab dann: Der Standort steht fest und ändert sich nicht mehr. Sie können hinfahren.
Wie groß ist er, wenn das Kind eingeschult wird
Das ist die Frage, die Eltern wirklich stellen, und sie wird selten beantwortet. Die Zahlen unten gelten für eine Stieleiche auf mittlerem Standort in Baden-Württemberg. Eine Buche daneben ist in den ersten Jahren langsamer und überholt später; eine Birke ist am Anfang schneller und wird nicht so alt.
| Alter des Kindes | Höhe des Baumes | Woran man ihn erkennt |
|---|---|---|
| 1 Jahr | etwa 0,5 m | Setzling in der Wuchshülle, von außen kaum sichtbar |
| 6 Jahre, Einschulung | etwa 3 m | Deutlich über der Hülle, erste eigene Krone |
| 12 Jahre | etwa 6–7 m | Kein Bäumchen mehr, Stamm etwa handbreit |
| 18 Jahre, Volljährigkeit | etwa 10 m | Ein Baum, unter dem man steht |
Eine Eiche wird 300 bis 800 Jahre alt. In 18 Jahren hat sie ungefähr fünf Prozent ihres Lebens hinter sich — der Baum ist an dem Tag, an dem das Kind volljährig wird, noch ein junger Baum.
Der Unterschied, auf den es ankommt
Fast jedes Angebot heißt „Baumpatenschaft“. Was dahintersteckt, unterscheidet sich in einem Punkt: Gibt es Koordinaten, oder gibt es ein Projekt?
| Baum im Projekt | Baum mit Adresse | |
|---|---|---|
| Preis je Baum | 1–5 € | 12–20 € |
| Ort | eine Region, ein Land | eine benannte Fläche mit Koordinaten |
| Hinfahren | nicht vorgesehen | möglich |
| Nachweis | Urkunde mit Projektnamen | Urkunde mit Prüfcode, öffentlich abrufbar |
| Für die Geburt geeignet | als Geste | als etwas, das man in 18 Jahren zeigt |
Beides hat seine Berechtigung. Für die Aufforstung als solche ist ein Baum im globalen Süden oft die wirksamere Ausgabe je Euro. Für einen Baum zur Geburt zählt aber genau das eine, was er dort nicht kann: dass man ihn wiederfindet.
Was es kostet
Bei uns kostet ein Baum 16,90 € inklusive Umsatzsteuer, mit Standort, Urkunde und Pflege. Ab fünf Bäumen sinkt der Preis je Baum. Fünf Bäume sind eine gute Zahl für eine Geburt: Sie stehen zusammen, ergeben ein kleines Stück Wald mit einem eigenen Namen, und der Wald wächst mit jedem Geburtstag weiter, wenn jemand nachlegt.
Was nicht dazugehört, sagen wir gleich mit: kein Schild am Baum, keine Zusage auf eine bestimmte Baumart, kein Eigentum an Baum oder Fläche. Sie fördern die Aufforstung eines benannten Stücks Wald und bekommen den Nachweis dafür. Wer ein Schild mit Namen am Stamm möchte, ist bei einer Baumpflanzung in der eigenen Gemeinde besser aufgehoben.
Wenn es zur Taufe oder zum ersten Geburtstag passen soll
Die Urkunde kommt sofort, die Pflanzung folgt in der nächsten Saison. Für einen festen Termin heißt das: Bestellen Sie mit etwas Vorlauf, dann steht auf der Urkunde bereits ein Pflanzdatum statt eines Hinweises auf die kommende Saison. Für die Übergabe selbst reicht der Ausdruck — wie eine echte Urkunde aussieht, können Sie hier ansehen, ohne etwas zu kaufen.
Hier geht es zum Verschenken, mit Namen auf der Urkunde und einem Übergabelink, den Sie selbst weitergeben. Oder Sie sehen sich zuerst die Fläche auf der Karte an — es ist dieselbe, auf der der Baum später steht.



