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Baumpaten · 6 Min. Lesezeit

Einen Baum verschenken: Wann es passt und wann nicht

Patenschaft, Setzling im Topf oder Zertifikat: drei sehr verschiedene Geschenke. Welches zu welchem Anlass passt und woran man ein schlechtes erkennt.

Junger Mischwald im Morgenlicht

„Verschenk doch einen Baum" klingt nach einer sicheren Sache: nachhaltig, persönlich, nicht noch ein Gegenstand. In der Praxis gibt es dabei drei sehr verschiedene Geschenke, die alle so genannt werden, und eines davon geht regelmäßig schief.

Die drei Arten, einen Baum zu verschenken

1. Der Setzling im Topf

Ein junger Baum in einem Topf, mit Anleitung. Schön anzusehen, günstig, sofort greifbar, und ein Geschenk, das Arbeit überträgt. Die beschenkte Person braucht einen Platz, muss gießen, im Herbst pflanzen und die ersten Jahre begleiten. Wer keinen Garten hat, steht mit einem Topf in der Wohnung, der binnen eines Jahres zu klein wird.

Passt bei: Menschen mit Garten, die gärtnern wollen und den Platz haben. Passt nicht bei: Wohnung ohne Balkon, Menschen mit wenig Zeit, allem, was spontan verschenkt wird.

2. Das Zertifikat ohne Ort

Eine Urkunde mit einer Nummer, meist für ein bis drei Euro. Der Baum steht irgendwo in einem Projekt, oft im Ausland. Das ist inhaltlich völlig in Ordnung: Für die Umwelt bringt ein Baum in einem gut geführten Aufforstungsprojekt in Kenia mindestens so viel wie einer in Baden-Württemberg.

Als Geschenk hat es allerdings ein Problem: Es lässt sich nicht wiedersehen. Nach dem Aufhängen der Urkunde passiert nichts mehr. Das ist genau der Grund, warum solche Zertifikate oft in der Schublade landen.

3. Die Patenschaft mit Standort

Ein Baum an einem benannten Ort, mit Koordinaten. Kostet mehr, verlangt aber nichts von der beschenkten Person, und lässt sich besuchen. Das ist der Unterschied, der ein Geschenk über den Tag hinaus trägt: Es gibt einen Ort, an den man fahren kann, und der sieht in zehn Jahren anders aus als heute.

Sechs Anlässe, bei denen ein Baum wirklich passt

  • Geburt. Der Baum wächst mit dem Kind. Das Pflanzjahr auf der Urkunde ist das Geburtsjahr: In zwanzig Jahren ist das eine Geschichte, kein Papier.
  • Hochzeit. Zwei Bäume nebeneinander mit beiden Namen auf einer Urkunde. Funktioniert auch als Gastgeschenk in größerer Zahl.
  • Runder Geburtstag. Für Menschen, die alles haben und nichts mehr brauchen: das häufigste Motiv überhaupt.
  • Ruhestand. Ein Abschied mit etwas, das bleibt und weiterwächst. Beliebt als Geschenk von Kolleginnen und Kollegen.
  • Trauerfall. Ein stiller Ort mit Koordinaten, den man besuchen kann. Hier zählt die Gestaltung: zurückhaltend, ohne Zierrat, ohne festliche Sprache.
  • Firmenjubiläum oder Kundengeschenk. Urkunden auf Wunschnamen, in beliebiger Zahl. Das einzige Geschenk in dieser Liste, das man ohne Geschmacksrisiko hundertfach verschicken kann.

Ein Anlass, bei dem es nicht passt

Als Ersatz für ein Geschenk, über das man nicht nachgedacht hat. Ein Baum ist ein bewusstes Geschenk: Er sagt etwas über die Beziehung und über den Anlass aus. Wer ihn verschenkt, weil ihm nichts eingefallen ist, merkt spätestens beim Übergeben, dass die Urkunde diese Lücke nicht füllt. Dann sind zwei Bücher das ehrlichere Geschenk.

Woran Sie ein schlechtes Baumgeschenk erkennen

  • Es steht kein Ort dabei, nur „in Deutschland" oder „in unseren Projekten".
  • Die Urkunde lässt sich nicht prüfen. Eine Nummer, die niemand nachschlagen kann, ist eine Zahl auf Papier.
  • Es wird mit „klimaneutral" oder „gleicht Ihren Flug aus" geworben. Ein junger Baum bindet in den ersten Jahren sehr wenig; solche Rechnungen gehen erst über Jahrzehnte auf.
  • Es gibt keine Aussage dazu, was passiert, wenn der Baum eingeht.

Wie es bei uns läuft

  • Sie bestellen und bekommen sofort eine Urkunde als PDF, auch dann, wenn gepflanzt wird erst in der nächsten Saison.
  • Name und persönliche Nachricht stehen darauf. Für Trauerfälle gibt es eine zurückhaltende Gestaltung ohne Zierrat.
  • Auf Wunsch geht die Übergabe erst zu einem bestimmten Datum raus, praktisch, wenn Sie im Oktober an Weihnachten denken.
  • Es entsteht kein Konto und kein Abo für die beschenkte Person.
  • Auf Wunsch zusätzlich gedruckt auf Naturkarton oder gerahmt, ohne Versandkosten.

Hier können Sie einen Baum verschenken, mit Name, Nachricht und einem Ort, den man besuchen kann. Wenn Ihnen nach dem Lesen ein Setzling im Topf sinnvoller erscheint: Das ist ein gutes Zeichen, dann passt er besser.

Geschrieben von der Redaktion des Staufenwalds. Wir forsten die Kuchalb bei Donzdorf wieder auf und schreiben über das, was wir dabei sehen. Fachliches lassen wir vom Förster gegenlesen.

Einen echten Baum pflanzen lassen?

Auf einer benannten Fläche in Baden-Württemberg, mit Koordinaten auf der Urkunde. Du kannst hinfahren und ihn ansehen.