Trauernden hilft selten ein Gegenstand. Es hilft, was ihnen Arbeit abnimmt, was zeigt, dass jemand an sie und an den verstorbenen Menschen denkt, und was nicht nach einer Woche wieder verschwunden ist. Ein Geschenk für Trauernde ist deshalb oft eine Geste: ein Topf Suppe vor der Tür, eine Karte mit einer Erinnerung oder ein Baum, der einen Ort schafft.
Dieser Beitrag sortiert, was wann passt, was in die Karte gehört und was gilt, wenn die Familie um Spenden statt Blumen bittet. Zur Einordnung vorweg: Staufenwald betreibt diese Seite und pflanzt die Gedenkbäume, die weiter unten als eine von mehreren Möglichkeiten vorkommen.
Was schenkt man einer trauernden Person?
Sieben Gesten, die tragen. Sie gehören in verschiedene Wochen, deshalb steht der Zeitpunkt dabei:
Geste
Essen vorbeibringen
- Wann sie passt
- in den ersten Tagen
- Worauf achten
- In Behältern, die niemand zurückgeben muss. Vor die Tür stellen und kurz schreiben, dafür muss keiner aufmachen.
Geste
Eine Aufgabe abnehmen
- Wann sie passt
- in den ersten Wochen
- Worauf achten
- Konkret anbieten: „Ich hole die Kinder am Donnerstag ab.“ Auf „Melde dich, wenn du etwas brauchst“ meldet sich niemand.
Geste
Karte mit einer Erinnerung
- Wann sie passt
- jederzeit, auch spät
- Worauf achten
- Ein Satz über den verstorbenen Menschen ist mehr wert als jedes gedruckte Beileid.
Geste
Blumen oder eine Kerze
- Wann sie passt
- zur Trauerfeier
- Worauf achten
- Nur, wenn die Familie nicht um etwas anderes gebeten hat.
Geste
Spende im Namen des Verstorbenen
- Wann sie passt
- wenn die Traueranzeige darum bittet
- Worauf achten
- An genau die Einrichtung, die die Familie nennt, mit dem Stichwort aus der Anzeige.
Geste
Ein fester Termin
- Wann sie passt
- nach vier bis acht Wochen
- Worauf achten
- Ein Spaziergang oder ein Essen mit Datum. Dann sind die meisten Anrufe vorbei, und die Stille ist am größten.
Geste
Ein Gedenkbaum
- Wann sie passt
- nach der Beisetzung, auch Monate später
- Worauf achten
- Schafft einen Ort mit Koordinaten. Gepflanzt wird in der nächsten Saison, nicht sofort.
Die letzte Zeile ist unser Angebot. Wie es abläuft und wann es nicht passt, steht weiter unten.
Was schreibt man Trauernden in die Karte?
Kurz, von Hand und mit dem Namen des verstorbenen Menschen. Wer ihn kannte, schreibt eine Erinnerung auf. Wer ihn nicht kannte, schreibt, dass er an die Hinterbliebenen denkt. Vier Anfänge:
- „Ich denke oft an den Abend, an dem Karl uns allen das Skatspielen beibringen wollte.“
- „Mir fehlen die Worte. Ich wollte trotzdem, dass du weißt, dass ich an dich denke.“
- „Deine Mutter hat mir einmal sehr geholfen. Das vergesse ich ihr nicht.“
- „Du musst nicht antworten. Ich melde mich in zwei Wochen wieder.“
Drei Sätze lässt man besser weg, auch wenn sie gut gemeint sind. „Die Zeit heilt alle Wunden“ vertröstet auf später. „Er hat es jetzt besser“ entscheidet etwas, das nur die Trauernden entscheiden können. Und „Ich weiß, wie du dich fühlst“ stimmt fast nie.

Ein Ort, der bleibt.
Ein Gedenkbaum steht an einem festen Punkt im Wald, mit Koordinaten und einer Urkunde, die den Namen trägt. Kein Grabschmuck, der verwelkt, und keine Gebühr, die jedes Jahr wiederkommt.
Was schenkt man zur Beerdigung, wenn keine Blumen erwünscht sind?
Dann gilt der Wunsch der Familie, und zwar wörtlich. Steht in der Traueranzeige „Anstelle von Blumen bitten wir um eine Spende an das Hospiz“, dann ist genau diese Spende das Geschenk, mit dem Stichwort, das die Anzeige nennt. Ein eigener Einfall ersetzt diesen Wunsch nicht, auch ein Baum nicht.
Nennt die Anzeige nichts, passt eine Karte zur Trauerfeier und eine zweite Geste einige Wochen später. Worin sich eine Spende von einem gekauften Baum unterscheidet, auch steuerlich, erklärt der Beitrag Baum spenden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Geschenk?
Später, als die meisten denken. In der Woche der Beisetzung ist das Haus voll, das Telefon klingelt, und der Kühlschrank ist es auch. Still wird es danach. Wer sich nach vier, sechs oder acht Wochen meldet, kommt in die Zeit, in der Hilfe am meisten fehlt. Drei Tage sind dafür besonders geeignet:
- Der erste Geburtstag ohne den Menschen. Eine Karte an diesem Tag zeigt, dass noch jemand das Datum kennt.
- Das erste Weihnachten. Eine Einladung, die man ausschlagen darf, ist besser als keine.
- Der Jahrestag. Viele Trauernde erleben ihn allein, weil alle anderen das Datum vergessen haben.
Ein Gedenkbaum als Geschenk: So läuft es bei uns ab
Ein Gedenkbaum steht auf unserer Aufforstungsfläche auf der Kuchalb bei Donzdorf in Baden-Württemberg, in einem Mischwald aus fünf heimischen Arten. Er kostet 16,90 €, und so läuft die Bestellung ab:
- Den Anlass „Trauerfall“ wählen. Dann trägt die Urkunde die Gestaltung „Still“, ohne Kranz und ohne festliche Farben.
- Den Namen eintragen. Auf der Urkunde steht der Name des verstorbenen Menschen, auf Wunsch mit einer kurzen Widmung, etwa den Lebensdaten.
- Die Übergabe festlegen. Die Nachricht geht an die Angehörigen, sofort oder an einem Tag und zu einer vollen Stunde deiner Wahl. Von einem Geschenk ist darin nicht die Rede. Wer lieber selbst etwas überreicht, lässt die E-Mail-Adresse weg, bekommt den Link selbst und legt ihn ausgedruckt in die Karte.
- Die Urkunde kommt als PDF, sobald die Zahlung durch ist. Gedruckt auf Naturkarton kostet sie 13,90 € zusätzlich, im schlichten Holzrahmen 37,90 €. Beides wird innerhalb von fünf bis sieben Werktagen verschickt.
- Gepflanzt wird in der nächsten Saison, im Frühjahr oder im Herbst. Danach stehen die Koordinaten auf der Urkunde, und der Standort ist über öffentliche Waldwege erreichbar.
Im Wald steht kein Schild mit Namen, und die Seite zum Baum ist nicht öffentlich. Nur wer den Link bekommt, sieht sie. Wie ein Blatt aussieht, zeigt die Beispielurkunde, und alles Weitere zum Ablauf steht im Beitrag Gedenkbaum pflanzen. Hier geht es direkt zum Gedenkbaum mit stiller Urkunde.
Wann ein Gedenkbaum nicht passt
- Wenn die Familie um etwas anderes gebeten hat. Dann ist die Spende an die genannte Einrichtung das richtige Geschenk.
- In den ersten Tagen. Da hilft ein warmes Essen mehr als jede Urkunde. Der Baum hat Zeit.
- Wenn du den verstorbenen Menschen kaum kanntest. Dann genügt eine Karte, ein Baum wäre eine zu große Geste.
- Wenn ein Baum im eigenen Garten gemeint ist. Unsere Bäume stehen im Wald auf der Kuchalb. Einen Baum zum Einpflanzen gibt es in der Baumschule.
- Wenn die Trauernden weit weg wohnen und einen Ort zum Hingehen brauchen. Dann ist ein Baum in ihrer Nähe die bessere Wahl, auch wenn er nicht von uns kommt.
Kein Geschenk nimmt Trauer weg. Eine Geste kann zeigen, dass jemand da ist und da bleibt, auch dann noch, wenn die Karten längst aufgehört haben zu kommen.




