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Für Unternehmen · 8 Min. Lesezeit

Baumpatenschaft für Unternehmen: Was sie bringt und was nicht

Was Sie mit gepflanzten Bäumen rechtssicher sagen dürfen, was nicht, und wofür sich der Aufwand für Ihr Unternehmen wirklich lohnt.

Team pflanzt junge Bäume auf einer Waldfläche

Bäume pflanzen zu lassen gehört zu den wenigen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die sich sofort umsetzen lassen, sichtbar sind und intern niemanden verärgern. Genau deshalb wird damit auch besonders viel Unsinn getrieben. Dieser Beitrag trennt das eine vom anderen: mit dem, was Sie rechtlich sagen dürfen, und dem, was Sie besser lassen.

Was Sie NICHT sagen dürfen

Beginnen wir hier, weil es der teuerste Teil ist. Die Rechtsprechung zu Umweltwerbung hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft, und der Bundesgerichtshof hat 2024 klargestellt: Ein mehrdeutiger Umweltbegriff wie „klimaneutral" muss bereits in der Werbung selbst erklärt werden. Ein Sternchen mit Verweis auf die Website reicht nicht.

  • „Klimaneutral durch Aufforstung": Ohne Erläuterung, wie die Neutralität erreicht wird und über welchen Zeitraum, ist das angreifbar.
  • „Wir gleichen unsere Emissionen aus", sofern kein zertifiziertes Kompensationsverfahren dahintersteht. Ein gepflanzter Baum allein ist keines.
  • „CO₂-neutrales Produkt" auf Basis von Baumpflanzungen, deren Bindungswirkung erst über Jahrzehnte eintritt.

Wir stellen keine CO₂-Zertifikate aus und raten ausdrücklich davon ab, mit „klimaneutral" zu werben, nur weil Bäume gepflanzt wurden. Ein Anbieter, der Ihnen das anders verkauft, verkauft Ihnen ein Risiko mit.

Was Sie ohne Bedenken sagen dürfen

Die belastbare Aussage ist zugleich die interessantere, weil sie überprüfbar ist:

  • „Wir haben 500 Bäume auf einer Fläche in Baden-Württemberg pflanzen lassen." Das ist eine Tatsache mit Ort und Zahl.
  • „Unsere Fläche liegt bei Donzdorf und ist öffentlich zugänglich." Das ist nachprüfbar, und genau das macht sie stark.
  • „Wir unterstützen die Wiederbewaldung nach dem Fichtensterben." Das beschreibt, was tatsächlich passiert.
  • „Je verkauftem Produkt pflanzen wir einen Baum." Das ist zulässig, solange es stimmt und die Bezugsgröße klar ist.

Der Unterschied ist grundsätzlich: Die erste Gruppe behauptet eine Wirkung, die zweite beschreibt eine Handlung. Handlungen lassen sich belegen, Wirkungen müssen berechnet werden, und genau an der Berechnung scheitern Umweltaussagen vor Gericht.

Wofür sich der Aufwand wirklich lohnt

Für die Belegschaft

Der am meisten unterschätzte Punkt. Ein Pflanztag mit dem eigenen Team ist etwas anderes als eine Überweisung: Die Leute stehen einen halben Tag mit Spaten auf einer Fläche, kommen dreckig zurück und reden ein Jahr später noch davon. Für die Bindung von Mitarbeitenden ist das mehr wert als der Baum.

Für Ausschreibungen und Lieferkettenfragen

Immer mehr Ausschreibungen und Lieferantenfragebögen enthalten Punkte zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Eine benannte Fläche mit Zahlen und Fotos ist dort eine bessere Antwort als eine Spendenquittung, weil sie konkret ist.

Für die eigene Kommunikation

Eine Fläche mit Namen liefert etwas, das der Werbeabteilung sonst fehlt: einen Ort. Man kann hinfahren, fotografieren, im nächsten Jahr wiederkommen und den Unterschied zeigen. Eine Zahl in einem Bericht lässt sich nicht fotografieren.

Wofür es sich NICHT lohnt

  • Als Ersatz für Emissionsminderung. Bäume ersetzen keine Umstellung der Heizung, des Fuhrparks oder der Lieferkette. Wer sie so einsetzt, betreibt genau das Greenwashing, das man vermeiden wollte.
  • Als Zertifikat für die Bilanz. Wenn Sie eine anrechenbare Kompensation nach einem Standard brauchen, führt kein Weg an einem zertifizierten Anbieter vorbei.
  • In sehr kleiner Zahl mit großer Kommunikation. Zwanzig Bäume und eine Pressemitteilung stehen in einem Verhältnis, das auffällt.

Was es kostet und wie es abläuft

Der Preis je Baum sinkt mit der Menge: von 16,90 € brutto bei kleinen Mengen auf 10,90 € ab tausend Bäumen. Für Unternehmen weisen wir Nettopreise aus. Ab etwa tausend Bäumen richten wir einen benannten Abschnitt mit Ihrem Namen ein, der eine eigene öffentliche Seite bekommt.

  • Bestellung und Urkunden gehen sofort raus, auch außerhalb der Pflanzsaison.
  • Gepflanzt wird im Frühjahr, notfalls im Herbst. Dazwischen wächst kein Setzling an.
  • Sie bekommen einen Nachweis über die zugeordneten Bäume, als Tabelle zum Weiterverarbeiten.
  • Teamevents laufen getrennt und sind kostenpflichtig: Pflanzaktion, Kettensägenkurs, Waldpflegetag und zwei weitere Formate, drei davon ganzjährig.

Die vier Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten

  • Wo genau steht die Fläche, und darf ich sie besuchen?
  • Was passiert, wenn Bäume eingehen, und wer zahlt die Nachpflanzung?
  • Welche Aussagen darf ich mit diesem Angebot rechtssicher treffen? (Wer hier „klimaneutral" sagt, sollte das schriftlich begründen können.)
  • Bekomme ich einen Nachweis, den ich in einen Bericht übernehmen kann?

Hier steht, wie das für Unternehmen aussieht, mit Preisen, Nachweis und dem, was ausdrücklich nicht dazugehört. Oder stellen Sie eine Anfrage; Sie bekommen innerhalb eines Werktags eine Antwort von einem Menschen.

Geschrieben von der Redaktion des Staufenwalds. Wir forsten die Kuchalb bei Donzdorf wieder auf und schreiben über das, was wir dabei sehen. Fachliches lassen wir vom Förster gegenlesen.

Einen echten Baum pflanzen lassen?

Auf einer benannten Fläche in Baden-Württemberg, mit Koordinaten auf der Urkunde. Du kannst hinfahren und ihn ansehen.