Bäume pflanzen zu lassen gehört zu den wenigen Maßnahmen, die sich sofort umsetzen lassen, sichtbar sind und intern niemanden verärgern. Genau deshalb wird damit auch besonders viel Unsinn getrieben. Dieser Beitrag trennt das eine vom anderen: mit dem, was Sie rechtlich sagen dürfen, und dem, was Sie besser lassen.
Was Sie NICHT sagen dürfen
Beginnen wir hier, weil es der teuerste Teil ist. Die Rechtsprechung zu Umweltwerbung hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft, und der Bundesgerichtshof hat 2024 klargestellt: Ein mehrdeutiger Umweltbegriff wie „klimaneutral“ muss bereits in der Werbung selbst erklärt werden. Ein Sternchen mit Verweis auf die Website reicht nicht. Seit dem 27. September 2026 geht das Gesetz weiter: Eine Neutralitätsaussage, die auf Ausgleich beruht, ist verboten, auch mit Erläuterung und Nachweis (Anhang Nr. 4c zu § 3 Abs. 3 UWG).
- „Klimaneutral durch Aufforstung“: verboten, auch mit Erläuterung, wie die Neutralität erreicht wird und über welchen Zeitraum.
- „Wir gleichen unsere Emissionen aus“: dieselbe Neutralitätsaussage, verboten auch mit einem zertifizierten Kompensationsverfahren dahinter. Ein gepflanzter Baum ist ohnehin keines.
- „CO₂-neutrales Produkt“ auf Basis von Baumpflanzungen, deren Bindungswirkung erst über Jahrzehnte eintritt.
Wir stellen keine CO₂-Zertifikate aus. Mit „klimaneutral“ zu werben, weil Bäume gepflanzt wurden, ist seit dem 27. September 2026 verboten. Ein Anbieter, der Ihnen das anders verkauft, verkauft Ihnen ein Risiko mit.
Was Sie ohne Bedenken sagen dürfen
Die belastbare Aussage ist zugleich die interessantere, weil sie überprüfbar ist:
- „Wir haben 500 Bäume auf einer Fläche in Baden-Württemberg pflanzen lassen.“ Das ist eine Tatsache mit Ort und Zahl.
- „Unsere Bäume stehen auf der Kuchalb bei Donzdorf, mit Prüfcode auf jeder Urkunde.“ Das ist nachprüfbar, und genau das macht die Aussage stark.
- „Wir unterstützen die Wiederbewaldung nach dem Fichtensterben.“ Das beschreibt, was tatsächlich passiert.
- „Je verkauftem Produkt pflanzen wir einen Baum.“ Das ist zulässig, solange es stimmt und die Bezugsgröße klar ist.
Der Unterschied ist grundsätzlich: Die erste Gruppe behauptet eine Wirkung, die zweite beschreibt eine Handlung. Handlungen lassen sich belegen, Wirkungen müssen berechnet werden, und genau an der Berechnung scheitern Umweltaussagen vor Gericht.
Für Unternehmen: belegbar statt behauptet.
Wir stellen keine CO₂-Zertifikate aus und raten von Werbung mit „klimaneutral“ ausdrücklich ab. Was dabei herauskommt, ist nachprüfbar: eine benannte Fläche, Koordinaten je Baum und ein Nachweis, der nur Tatsachen nennt.
Mit Urkunde und Wald-Seite für das Unternehmen.
Wofür sich der Aufwand wirklich lohnt
Für die Belegschaft
Der am meisten unterschätzte Punkt. Ein Pflanztag mit dem eigenen Team ist etwas anderes als eine Überweisung: Die Leute stehen einen halben Tag mit Spaten auf einer Fläche, kommen dreckig zurück und reden ein Jahr später noch davon. Für die Bindung von Mitarbeitenden ist das mehr wert als der Baum.
Für Ausschreibungen und Lieferkettenfragen
Immer mehr Ausschreibungen und Lieferantenfragebögen enthalten Punkte zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Eine benannte Fläche mit Zahlen und Fotos ist dort eine bessere Antwort als eine Spendenquittung, weil sie konkret ist.
Für die eigene Kommunikation
Eine Fläche mit Namen liefert etwas, das der Werbeabteilung sonst fehlt: einen Ort. Bei einer Führung oder einem Teamevent sieht das Team die Fläche mit dem Forstpersonal, und ein Foto von derselben Stelle zeigt ein Jahr später den Unterschied. Führungen sind entgeltlich und kommen auf Anfrage zustande. Eine Zahl in einem Bericht lässt sich nicht fotografieren.
Wofür es sich NICHT lohnt
- Als Ersatz für Emissionsminderung. Bäume ersetzen keine Umstellung der Heizung, des Fuhrparks oder der Lieferkette. Wer sie so einsetzt, betreibt genau das Greenwashing, das man vermeiden wollte.
- Als Zertifikat für die Bilanz. Wenn Sie eine anrechenbare Kompensation nach einem Standard brauchen, führt kein Weg an einem zertifizierten Anbieter vorbei.
- In sehr kleiner Zahl mit großer Kommunikation. Zwanzig Bäume und eine Pressemitteilung stehen in einem Verhältnis, das auffällt.
Was es kostet und wie es abläuft
Der Preis je Baum sinkt mit der Menge: von 14,20 € netto bei kleinen Mengen auf 10,90 € netto ab tausend Bäumen, jeweils zzgl. 19 % USt. Eine eigene Wald-Seite gibt es ab dem ersten Baum, einen benannten Waldabschnitt ab 100 Bäumen, eine eigene Fläche mit Namensschild ab 1.000 und eine Fläche nach Ihrer Wahl ab 2.500 Bäumen.
- Bestellung und Urkunden gehen sofort raus, auch außerhalb der Pflanzsaison.
- Gepflanzt wird in der Pflanzsaison, im Frühjahr (März bis April) oder im Herbst (Oktober bis November). Dazwischen wächst kein Setzling an.
- Sie bekommen einen Nachweis über die zugeordneten Bäume, als Tabelle zum Weiterverarbeiten.
- Teamevents laufen getrennt und sind kostenpflichtig: Pflanzaktion, Kettensägenkurs, Waldpflegetag und drei weitere Formate, fünf davon auch außerhalb der Pflanzsaison.
Die vier Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten
- Wo genau steht die Fläche, und lässt sie sich bei einer Führung zeigen?
- Was passiert, wenn Bäume eingehen, und wer zahlt die Nachpflanzung?
- Welche Aussagen darf ich mit diesem Angebot rechtssicher treffen? (Wer hier „klimaneutral“ anbietet, bietet eine Aussage an, die seit dem 27. September 2026 verboten ist.)
- Bekomme ich einen Nachweis, den ich in einen Bericht übernehmen kann?
Hier steht, wie das für Unternehmen aussieht, mit Preisen, Nachweis und dem, was ausdrücklich nicht dazugehört. Oder stellen Sie eine Anfrage; Sie bekommen innerhalb eines Werktags eine Antwort von einem Menschen.



