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Winterlinde

Tilia cordata

Der Baum der Dorfplätze, forstlich lange unterschätzt. Sie kommt mit Trockenheit zurecht und blüht spät im Jahr, wenn andere Trachtpflanzen längst durch sind.

Anteil an der Pflanzung
14 %so oft wird diese Art zugewiesen, wenn gepflanzt wird
Höhe nach 30 Jahren
13 m

Die Höhe ist ein Richtwert für diesen Standort, keine zugesicherte Eigenschaft.

Warum die Winterlinde hier steht

Jede Art im Bestand hat einen Standortgrund und einen Klimagrund. Das sind die beiden dieser Art.

Standort und Boden

Die Winterlinde ist genügsamer, als ihr Ruf als Dorfbaum vermuten lässt: Sie kommt mit sommerwarmen, zeitweise trockenen Standorten zurecht und nimmt auch flachgründige Kalkböden an. Ihr Herzwurzelsystem erschließt den Boden gründlich, und ausgefallene Stämme treibt sie aus dem Stock wieder aus.

Im Klima von morgen

Forstlich wurde die Linde lange übersehen. Im klimaveränderten Wald wird sie gerade neu entdeckt: trockenheitsverträglicher als die Buche, schattentoleranter als die Eiche, und als dienende Baumart hält sie den Boden beschattet und die Stämme der Nachbarn astfrei.

Eine Art für die zweite Reihe, ohne die die erste nicht funktioniert.

Woran du sie erkennst

Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen. Am verlässlichsten ist das Blatt.

Blatt der Winterlinde
Blattform der Winterlinde
Blatt
Klein und herzförmig, oberseits dunkelgrün; in den Aderwinkeln der Unterseite sitzen rostbraune Haarbüschel. Bei der Sommerlinde sind sie weiß.
Rinde
Jung glatt und grau, später flach längsrissig, ohne grobe Borke.
Frucht
Kleine kugelige Nüsschen, die an einem zungenförmigen Flugblatt hängen und im Wind davonsegeln.
Wuchs
Dichte, oft herzförmige Krone; gekappte oder verbissene Stämme schlagen willig wieder aus.

Was an ihr lebt

Ihre Blüte fällt in den Juni und Juli, nach der Obstblüte, wenn die Landschaft für Insekten schon wieder karg ist. Ein einziger blühender Lindenbaum trägt dann Hummeln, Wildbienen und Honigbienen über die trachtarme Zeit. Kaum eine andere Waldbaumart hat für Bestäuber so viel Gewicht.

Blüht erst im Juni und trägt Bienenvölker über die trachtarme Zeit.
Die Besonderheit der Winterlinde im Bestand

Was sie auf der Kuchalb leistet

14 % der Pflanzung, als dienende Art im Unterstand: Sie beschattet den Boden, hält die Fläche kühl und drückt niemanden weg. Und sie ist der Grund, warum dieser Wald im Hochsommer summt, wenn ringsum längst nichts mehr blüht.

Diese Art wächst auf der Fläche, auf der dein Baum steht

Welche Art dein Baum wird, entscheidet sich nach dem Mischungsverhältnis der Fläche. Die Winterlinde zählt mit 14 % dazu.