Vogelkirsche
Prunus avium
Die Art, die man zuerst bemerkt: Ende April steht sie weiß in einem Bestand, der sonst kahl ist. Ihre Früchte ernähren im Sommer alles, was fliegt.
- Anteil an der Pflanzung
- 12 %
- Höhe nach 30 Jahren
- 12 mRichtwert
Warum die Vogelkirsche hier steht
Jede Art im Bestand hat einen Standortgrund und einen Klimagrund. Das sind die beiden dieser Art.
Standort und Boden
Die Vogelkirsche ist ein Kind der warmen Waldränder: lichthungrig, wärmeliebend und ausgesprochen kalkhold – die sonnigen Kanten der Kuchalb sind für sie kein Kompromiss, sondern Wunschstandort. Dichten Schatten verträgt sie nicht; im Inneren eines alten Bestands würde sie verschwinden.
Im Klima von morgen
Als wärmeliebende Art gehört die Vogelkirsche zu den Gewinnern der Erwärmung, solange Wasser nicht völlig ausbleibt. Sie wird nicht alt – sechzig bis neunzig Jahre sind ein Kirschenleben – , aber genau das macht sie zur Brücke: Sie liefert Blüte, Frucht und Struktur in den Jahrzehnten, in denen Eiche und Buche noch heranwachsen.
Woran du sie erkennst
Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen — am verlässlichsten ist das Blatt.

Blattform der Vogelkirsche
- Blatt
- Elliptisch und am Rand gesägt, matt hängend; am Blattstiel sitzen zwei rote Drüsen – das sicherste Merkmal.
- Rinde
- Glänzend rotbraun mit waagerechten Korkporen-Bändern, die sich in dünnen Streifen quer ablösen.
- Frucht
- Kleine, lang gestielte Kirschen, erst rot, reif fast schwarz – essbar, aber herb und schnell von Vögeln geerntet.
- Wuchs
- Gerader Stamm mit etagenartig ansetzenden Ästen; blüht im April vor dem Laubaustrieb.
Was an ihr lebt
Ende April steht sie schneeweiß in einem Bestand, der sonst gerade erst ergrünt – die erste große Nektarquelle des Waldjahres. Im Hochsommer ernähren ihre Kirschen Stare, Drosseln und alles, was fliegt; die Kerne verbreiten die Vögel gleich mit. Der Name ist wörtlich gemeint.
Blüht als erste auf der Fläche, sichtbar aus mehreren hundert Metern.
