Traubeneiche
Quercus petraea
Die tragende Art des künftigen Bestands. Tiefwurzelnd, trockenheitsverträglich und mit einer Lebenserwartung, die weit über ein Menschenleben hinausreicht.
- Anteil an der Pflanzung
- 32 %
- Höhe nach 30 Jahren
- 14 mRichtwert
Warum die Traubeneiche hier steht
Jede Art im Bestand hat einen Standortgrund und einen Klimagrund. Das sind die beiden dieser Art.
Standort und Boden
Die Traubeneiche nimmt, was andere meiden: flachgründige, sommertrockene Lagen, gern über Kalk. Ihre Pfahlwurzel arbeitet sich in Spalten vor, an die kein Flachwurzler herankommt – auf den Verwitterungsböden der Alb ist das der Unterschied zwischen Durchhalten und Vertrocknen. Nur dauernasse Böden mag sie nicht.
Im Klima von morgen
Unter den heimischen Wirtschaftsbaumarten gilt die Traubeneiche als eine der besten Antworten auf heißere, trockenere Sommer: tief wurzelnd, spät austreibend und damit weniger spätfrostgefährdet, und mit einer Lebenserwartung, die mehrere Jahrhunderte trägt. Genau deshalb trägt sie hier den größten Anteil – sie ist die Art, auf der der Bestand in hundert Jahren ruhen soll.
Woran du sie erkennst
Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen — am verlässlichsten ist das Blatt.

Blattform der Traubeneiche
- Blatt
- Gleichmäßig gelappt, mit deutlichem Stiel von ein bis drei Zentimetern; die Blattbasis läuft keilförmig zu, ohne die „Öhrchen“ der Stieleiche.
- Rinde
- In der Jugend glatt und graugrün, im Alter eine tief längsrissige, graubraune Borke.
- Frucht
- Die Eicheln sitzen fast ohne Stiel dicht gedrängt beieinander – wie Trauben, daher der Name.
- Wuchs
- Gerader Stamm mit hoch angesetzter, gewölbter Krone; unten Pfahlwurzel statt Tellerwurzel.
Was an ihr lebt
Keine andere heimische Baumgattung ernährt mehr Leben: Mehrere hundert Insektenarten nutzen Eichen als Futterpflanze, dazu kommen Eichelhäher, Mäuse und alles, was von beiden lebt. Die grobborkige Rinde alter Eichen ist ein eigener Lebensraum für Käfer, Flechten und Fledermäuse – ein Versprechen, das dieser Bestand erst in Jahrzehnten einlöst, aber nur, wenn jemand heute pflanzt.
Trägt bis zu 300 Insektenarten, mehr als jeder andere heimische Baum.
