Rotbuche
Fagus sylvatica
Ohne den Menschen wäre der größte Teil Deutschlands Buchenwald. Die Rotbuche erträgt Schatten wie keine zweite Art und schließt das Kronendach über dem Waldklima.
- Anteil an der Pflanzung
- 24 %
- Höhe nach 30 Jahren
- 16 mRichtwert
Warum die Rotbuche hier steht
Jede Art im Bestand hat einen Standortgrund und einen Klimagrund. Das sind die beiden dieser Art.
Standort und Boden
Die Rotbuche ist die Baumart, die Mitteleuropa von sich aus bedecken würde – auch die Alb: Kalkbuchenwälder gehören zu ihren klassischen Standorten. Sie will frische, gut durchlüftete Böden und verträgt fast alles außer Staunässe und extremer Trockenheit. Ihr flacher ausgebreitetes Wurzelwerk macht sie auf sehr flachgründigen Kuppen verwundbarer als die Eiche.
Im Klima von morgen
Die Dürrejahre um 2018 bis 2020 haben Buchen auf flachgründigen Standorten sichtbar zugesetzt – ausgerechnet der häufigsten Laubbaumart des Landes. Deshalb steht sie hier nicht als Monokultur, sondern als Teil einer Mischung: Wo eine einzelne Buche ausfällt, schließen Eiche, Ahorn und Linde die Lücke. Auf die Fläche verteilt bleibt ihr Beitrag unersetzt – kein anderer Baum baut ein so dichtes, kühles Innenklima auf.
Woran du sie erkennst
Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen — am verlässlichsten ist das Blatt.

Blattform der Rotbuche
- Blatt
- Eiförmig mit glattem, leicht gewelltem Rand; junge Blätter sind am Rand fein bewimpert und glänzen wie lackiert.
- Rinde
- Glatt und silbergrau – und sie bleibt es bis ins hohe Alter, als einzige der fünf Arten hier.
- Frucht
- Dreikantige Bucheckern, je zwei in einer weichstacheligen Hülle; nicht jedes Jahr, sondern in Mastjahren.
- Wuchs
- Im Bestand ein langer, astfreier grauer Schaft; die dichte Krone lässt am Boden kaum Licht durch.
Was an ihr lebt
Unter einem geschlossenen Buchendach ist es im Sommer mehrere Grad kühler und deutlich feuchter als auf der Freifläche – die Buche erzeugt das Waldklima, von dem alle anderen Arten profitieren. Bucheckern ernähren in Mastjahren Kleinsäuger und Vögel, und alte Buchen mit Höhlen sind die wichtigsten Wohnbäume für Spechte und Fledermäuse.
Verträgt als einzige heimische Art tiefen Schatten und wächst darin weiter.
