Zum Inhalt springen
BäumeVerschenkenMitmachenWaldkarteMein WaldBaum pflanzen
Schenken

„Nachhaltige Geschenke“: Was das Wort verspricht und wie es sich prüfen lässt

Das Wort „nachhaltig“ hat bei Geschenken kein festes Maß. Woher es kommt, was seit dem 27.09.2026 gilt und welche drei Fragen zeigen, was dahintersteht.

Eine Holzkiste mit wurzelnackten Setzlingen auf einem Baumstumpf am Rand einer bereiften Pflanzfläche, dahinter Reihen heller Wuchshüllen an einem Hang, KI-generiertes SymbolbildKI-generiertes Symbolbild

„Nachhaltig“ hat bei einem Geschenk kein festes Maß: Das Wort sagt nicht, wie viel, wo und nach welcher Regel. Prüfen lässt sich etwas anderes, nämlich ob zu einem Geschenk eine Zahl, ein Ort und ein Weg zum Nachprüfen gehören. Zur Einordnung vorweg: Staufenwald betreibt diese Seite und verkauft Baumpatenschaften. Das eigene Angebot kommt weiter unten einmal vor, geprüft mit denselben Fragen.

Welche Geschenke werden als „nachhaltig“ verkauft?

Wer nach solchen Geschenken sucht, landet vor allem bei Shops und Ideenlisten. Die Tabelle zeigt sieben Arten von Geschenken und was sich bei jeder prüfen lässt:

  • Aus recyceltem Material

    Was sich prüfen lässt
    Der Anteil in Prozent und das Teil, für das er gilt.
    Warnzeichen
    Nur „aus Recyclingmaterial“ ohne Anteil, oder die Angabe betrifft bloß die Verpackung.
  • Mit Umweltzeichen

    Was sich prüfen lässt
    Ein Zeichen, dessen Anforderungen öffentlich nachzulesen sind und hinter dem eine Prüfung durch Dritte steht.
    Warnzeichen
    Ein Zeichen, das der Händler selbst entworfen hat.
  • Bio-Lebensmittel, etwa Tee oder Schokolade

    Was sich prüfen lässt
    Das EU-Bio-Logo und daneben die Codenummer der Kontrollstelle, in Deutschland eine Kennung, die mit „DE“ beginnt und mit drei Ziffern endet.
    Warnzeichen
    „Natürlich“ oder „naturnah“ auf der Packung, aber kein Logo und keine Codenummer.
  • Gebraucht oder generalüberholt

    Was sich prüfen lässt
    Was geprüft oder getauscht wurde und wie lange die Garantie läuft.
    Warnzeichen
    „Wie neu“ ohne Angabe, was gemacht wurde.
  • Zeit oder ein Erlebnis

    Was sich prüfen lässt
    Ein Datum. Über die Umwelt wird hier nichts versprochen.
    Warnzeichen
    Ein Gutschein ohne Termin, der in der Schublade liegen bleibt.
  • Spende im Namen der Person

    Was sich prüfen lässt
    Ob der Empfänger steuerbegünstigt ist, etwa als gemeinnütziger Verein; nur dann gibt es eine Zuwendungsbestätigung.
    Warnzeichen
    Das Wort „Spende“ bei einem Kauf, für den man etwas bekommt.
  • Baum- oder Waldpatenschaft

    Was sich prüfen lässt
    Der Ort mit Namen, die Baumart und ein Prüfcode, den auch Dritte aufrufen können.
    Warnzeichen
    Nur eine Weltregion, keine Baumart, und statt einer Pflegezusage eine Tonnenzahl.

Entscheidend ist die mittlere Spalte: Findest du bei einem Angebot nichts davon, steht dort nur ein Werbewort. Für Baum- und Waldpatenschaften steht eine ausführliche Prüfung mit sieben Punkten im Beitrag Woran erkennst du eine seriöse Baumpatenschaft?

Woher kommt das Wort „nachhaltig“?

Aus dem Wald. 1713 erschien das Buch „Sylvicultura oeconomica“ des sächsischen Berghauptmanns Hans Carl von Carlowitz. Darin fordert er, Holz so zu erhalten und anzubauen, „dass es eine continuierliche, beständige und nachhaltende Nutzung gebe“.

Die Freiburger Forstwissenschaftler Huss und von Gadow halten das Wort dort für ein zusätzliches Synonym zu „beständig“ oder „immerwährend“, gewählt vor allem aus stilistischen Gründen. Die Sache selbst ist älter: Schon die Kurpfälzischen Forstordnungen von 1565 und 1572 regelten Schläge, Verjüngung und Pflege. Beides steht in einem Beitrag der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.

Im Bundeswaldgesetz steht das Wort bis heute. § 11 BWaldG verlangt: „Der Wald soll im Rahmen seiner Zweckbestimmung ordnungsgemäß und nachhaltig bewirtschaftet werden.“ Das Wort hängt dort an einer Sache, an einem bestimmten Wald und seiner Bewirtschaftung. Wie viel Holz ein Wald Jahr für Jahr hergeben kann, berechnet die Forsteinrichtung.

An einem Geschenk fehlt diese Bindung, solange niemand dazuschreibt, worauf sich das Wort bezieht.

Was gilt seit dem 27. September 2026?

Seit diesem Tag gelten neue Nummern im Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG. Das ist die Liste der Geschäftspraktiken, die immer unlauter sind, also ohne Einzelfallprüfung. Grundlage ist die Richtlinie (EU) 2024/825. Die deutsche Umsetzung steht seit dem 19. Februar 2026 im Bundesgesetzblatt, eine Übergangsfrist gibt es nicht.

Nummer 4a des Anhangs betrifft die allgemeine Umweltaussage. Sie ist unzulässig, wenn der Anbieter keine anerkannte hervorragende Umweltleistung dafür nachweisen kann. Ob eine Umweltaussage allgemein ist, hängt vor allem an einer Frage (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 UWG): Steht klar und hervorgehoben auf demselben Medium, worauf sie sich genau bezieht?

Was als anerkannte hervorragende Umweltleistung zählt, legt § 2 Abs. 2 Nr. 2 UWG fest. Genannt sind das EU-Umweltzeichen, amtlich anerkannte Umweltzeichen nach DIN EN ISO 14024 und Höchstleistungen nach anderem EU-Recht.

„Nachhaltig“ allein auf einem Etikett ist deshalb ein Fall für diese Regel, sobald es die Umwelt meint. Für dich heißt das: Such neben dem Wort nach einer Angabe oder nach einem dieser Zeichen. Fehlt beides, bleibt eine Behauptung.

Welche Sätze Anbieter stattdessen schreiben können, steht im Beitrag über die Werberegeln seit dem Stichtag. Wie wir die eigene Seite danach durchgesehen haben, beschreibt der Beitrag EmpCo: was wir geändert haben.

Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung. Ob eine bestimmte Werbeaussage zulässig ist, beurteilt eine Kanzlei für Wettbewerbsrecht.

Woran erkennst du, ob ein Geschenk hält, was es verspricht?

Mit drei Fragen. Eine belegbare Angabe hat drei Merkmale: eine Zahl, einen Ort und einen Weg, sie nachzuprüfen.

  1. Welche Zahl steht dabei? Ein Anteil in Prozent, eine Menge oder ein Zeitraum. Eine Angabe wie „80 Prozent Altpapier“ lässt sich prüfen, ein Beiwort nicht.
  2. Welcher Ort ist genannt? Wo wurde hergestellt, angebaut oder gepflanzt? Ein Ort mit Namen lässt sich nachsehen, eine Weltregion kaum.
  3. Wie kannst du es prüfen, ohne dem Anbieter zu glauben? Über eine Codenummer, einen Prüfcode, ein Zeichen mit öffentlichen Anforderungen oder eine Stelle, die unabhängig bestätigt.

Fehlt eines davon, lässt sich die Angabe nicht prüfen, und du musst dem Anbieter glauben.

Ein Beispiel: Eine Tasche wird als „nachhaltig“ angeboten. Steht daneben, wie viel recyceltes Material darin steckt, wo sie genäht wurde und welches Zeichen sie trägt, hast du drei Angaben. Steht nur das Wort da, hast du keine.

Auch eine Zahl braucht ihren Rahmen. Bei Bäumen hängt die gebundene Menge Kohlenstoff stark vom Alter ab, und ein junger Setzling bindet in den ersten Jahren wenig. Eine CO₂-Zahl ohne Altersangabe ist deshalb kaum zu prüfen; die Zahlen stehen im Beitrag Wie viel CO₂ ein Baum wirklich bindet.

Was kann man einem Naturliebhaber schenken?

Etwas, das nach draußen führt oder draußen gebraucht wird. Vier Beispiele, die ohne Umweltversprechen auskommen:

  • Ein Bestimmungsbuch für Bäume, Vögel oder Pilze, am besten eines für die eigene Gegend.
  • Eine Jahreskarte für den botanischen Garten, den Wildpark oder das Naturkundemuseum.
  • Eine geführte Wanderung mit jemandem, der die Gegend kennt, etwa über einen Naturpark oder einen Wanderverein.
  • Ein gutes Fernglas, wenn die Person Vögel beobachtet und noch keines hat.

Welche Geschenke gibt es für einen guten Zweck?

Die direkteste Form ist eine Spende im Namen der beschenkten Person, an eine Organisation, die ihr wichtig ist. Prüfen lässt sich, ob der Empfänger steuerbegünstigt ist, etwa als gemeinnütziger Verein oder als Stiftung; nur dann darf er eine Zuwendungsbestätigung ausstellen. Bei einem Verein hilft vor der Überweisung die Frage nach dem Freistellungsbescheid des Finanzamts.

Ein Kauf bei einem Betrieb bleibt dagegen ein Kauf, auch wenn ein Teil des Geldes in ein Projekt fließt. Wann eine Spende besser passt und wann ein Kauf, steht im Beitrag Baum spenden: Wann es eine Spende ist und wann ein Kauf.

Wie verpackst du ein Geschenk mit wenig Müll?

Das Umweltbundesamt ordnet die Frage nüchtern ein: Im Vergleich zum Geschenk selbst hat die Verpackung nur eine sehr geringe Bedeutung für die Umwelt. Ein paar Handgriffe empfiehlt es trotzdem:

  • Vorhandenes nehmen: Schachteln, Taschen, Beutel, Tücher oder schon einmal benutztes Geschenkpapier.
  • Beim Kauf von neuem Geschenkpapier auf den Blauen Engel achten.
  • Vorsichtig auspacken, dann lässt sich das Papier noch einmal verwenden.
  • Kaputtes Geschenkpapier gehört ins Altpapier, also in die blaue Tonne.

Die Tipps stehen auf der Weihnachtsseite des Umweltbundesamts, zuletzt aktualisiert am 21.11.2025.

Was kann man Sinnvolles verschenken?

Auch „sinnvoll“ hat kein festes Maß. Sinnvoll ist, was die beschenkte Person braucht oder gern tut, und das weiß am besten, wer sie fragt.

Das Umweltbundesamt rät bei Geschenken unter anderem zu weniger, zu Gebrauchtem oder Generalüberholtem und zu gemeinsamer Zeit. Drei Ideen in diese Richtung:

  • Ein Termin mit Datum: ein Ausflug, ein Kochabend, ein Konzert zu zweit.
  • Hilfe, die gebraucht wird: ein Samstag im Garten, ein Nachmittag am Computer, ein Umzug.
  • Etwas Gebrauchtes in gutem Zustand, bei Technik generalüberholt und mit Garantie.

Was ergeben die drei Fragen beim eigenen Angebot?

Dieselben drei Fragen gelten für unser eigenes Angebot, die Baumpatenschaft. Das Ergebnis, ohne Werbewort:

  • Zahl: Ein Baum kostet 16,90 €. Gepflanzt werden fünf heimische Arten: Traubeneiche, Rotbuche, Bergahorn, Winterlinde und Vogelkirsche.
  • Ort: eine Aufforstungsfläche auf der Kuchalb bei Donzdorf in Baden-Württemberg, eingezeichnet auf der Waldkarte. Gepflanzt wird in der nächsten Pflanzsaison, danach stehen die Koordinaten auf der Urkunde.
  • Prüfweg: Jede Urkunde trägt einen Prüfcode, den jeder ohne Konto auf dieser Seite nachschlagen kann. Wie das aussieht, zeigt die Beispielurkunde.

Drei Punkte sind offen. An jedem gepflanzten Baum steht eine Wuchshülle aus Kunststoff; warum, erklärt der Beitrag Wuchshüllen im Wald. Eine Anwuchsquote je Saison ist noch nicht veröffentlicht. Und ein externes Siegel für die Fläche gibt es nicht.

Die ganze Selbstprüfung mit sieben Punkten steht im Beitrag Woran erkennst du eine seriöse Baumpatenschaft? Wer danach einen Baum verschenken möchte, findet Anlässe und Ablauf unter Baum verschenken.

Drei Fragen, bevor du bezahlst

  1. Welche Zahl steht neben dem Werbewort?
  2. Welcher Ort ist genannt, mit Namen?
  3. Wie prüfst du das, ohne dem Anbieter zu glauben?

Die Fragen passen in jeden Laden und auf jede Seite, auch auf diese.

Geschrieben von der Redaktion des Staufenwalds. Wir forsten die Kuchalb bei Donzdorf wieder auf und schreiben über das, was wir dabei sehen. Fachliches lassen wir vom Förster gegenlesen.

Geprüft von Pascal Wagner am .

Hilfreich? Staufenwald bei Google als bevorzugte Quelle speichern. Unsere Beiträge erscheinen dort dann öfter; das lässt sich jederzeit in den Google-Einstellungen zurücknehmen.

Einen Baum verschenken, der wirklich gepflanzt wird.

16,90 € je Baum, mit Urkunde auf den Namen, Prüfcode und Übergabe zum Wunschtermin, gepflanzt auf der Kuchalb bei Donzdorf.

Weiterlesen