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Speierling

Sorbus domestica

Einer der seltensten Bäume Deutschlands. Der Speierling liebt warme Kalkböden, trägt birnenförmige Früchte für den Apfelwein und gilt als Baumart, die Hitze gut verträgt.

Steckbrief des Speierlings

Familie
Rosengewächse (Rosaceae)
Endhöhe
15 bis 25 m
Alter
150 bis 200 Jahre
Wurzel
Herzwurzel, tief
Licht
Lichtbaumart
Blüte
Mai, Insekten
Heimisch
ja, selten, Rote Liste: gefährdet
Baum des Jahres
1993

Wo der Speierling wächst

Boden, Wasser und Licht entscheiden, wo eine Art gedeiht. Und das Klima von morgen entscheidet, ob sie dort bleibt.

Standort und Boden

Der Speierling wächst an warmen, sonnigen Hängen auf kalkreichen, auch flachgründigen Böden. Er braucht viel Licht und kann sich in geschlossenen Wäldern gegen schneller wachsende Arten kaum behaupten.

Deshalb steht er heute meist an Waldrändern, in lichten Eichenwäldern und auf alten Streuobstwiesen.

Im Klima von morgen

Weil er Trockenheit und Hitze verträgt, wird der Speierling als Baumart für wärmere Zeiten wiederentdeckt. Er ist in Deutschland so selten geworden, dass jede Pflanzung zu seinem Erhalt beiträgt. Wichtig sind Schutz vor Wildverbiss und Licht in den ersten Jahrzehnten.

Woran du ihn erkennst

Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen. Am verlässlichsten ist das Blatt.

Blatt der Speierling
Blattform des Speierlings
Blatt
Gefiedert wie bei der Eberesche, mit 13 bis 21 schmalen, im oberen Teil gesägten Fiederblättchen.
Rinde
Grau und früh in kleine, rechteckige Schuppen zerrissen, ähnlich einer alten Birne; bei der Eberesche bleibt sie glatt.
Frucht
Birnen- oder apfelförmige, gelbgrüne Früchte mit roter Backe, zwei bis vier Zentimeter groß.
Wuchs
Breite, rundliche Krone; als Einzelbaum mächtig und kurzstämmig.

Was an ihm lebt

Die weißen Blüten im Mai sind eine Nahrungsquelle für Insekten, die Früchte im Herbst für Vögel, Igel und Wild. Als seltene Art mit eigenem genetischen Erbe trägt der Speierling zur Vielfalt der heimischen Wälder bei.

Holz: Eines der härtesten und schwersten heimischen Hölzer. Früher für Schrauben von Weinpressen, Hobel und Lineale.

Seine gerbstoffreichen Früchte machen Apfelwein klar und haltbar.
Die Besonderheit des Speierlings

Fragen zum Speierling

Die Frage ist nicht dabei?

+49 177 423 2102baum@staufenwald.de

Wie unterscheidet man Speierling und Eberesche?
Die Blätter sehen fast gleich aus. Sicher geht es an Rinde, Knospen und Früchten: Der Speierling hat eine schuppige Borke, klebrige grüne Knospen und birnenförmige Früchte, die Eberesche eine glatte Rinde, filzige Knospen und kleine rote Beeren.
Wozu braucht man Speierlingsfrüchte?
Vor allem für Apfelwein: Ein kleiner Anteil Speierlingssaft macht ihn durch die Gerbstoffe klarer, herber und haltbarer. In Hessen und Franken ist das eine alte Tradition.

Speierling bei Staufenwald

Für Firmenwälder und Flächenpatenschaften pflanzt der Forstbetrieb den Speierling auf Wunsch an lichten, warmen Stellen der Fläche, mit Einzelschutz gegen Verbiss.

Einen Baum pflanzen lassen

Einzelne Bäume aus dem Shop wachsen in der Mischung der Kuchalb oder als Weißtanne auf der Lützelalb. Speierling als Wunschart gibt es für Firmenwälder und Flächenpatenschaften.