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Fichte

Picea abies, auch Rotfichte

Der Brotbaum der Forstwirtschaft und der große Verlierer der Dürrejahre. Die Fichte ist heimisch im Bergland, wurde aber weit darüber hinaus gepflanzt, oft in Monokulturen.

Steckbrief der Fichte

Familie
Kieferngewächse (Pinaceae)
Endhöhe
30 bis 50 m
Alter
200 bis 400 Jahre
Wurzel
Flachwurzel
Licht
Halbschattbaumart
Blüte
April bis Juni, Wind
Heimisch
ja, im Bergland
Baum des Jahres
2017
Setzlinge
mit Herkunftsnachweisnach dem Forstvermehrungsgutgesetz

Wo die Fichte wächst

Boden, Wasser und Licht entscheiden, wo eine Art gedeiht. Und das Klima von morgen entscheidet, ob sie dort bleibt.

Standort und Boden

Von Natur aus wächst die Fichte in kühlen, niederschlagsreichen Lagen der Alpen und Mittelgebirge. Sie braucht frische bis feuchte Böden und wurzelt flach, ein Nachteil bei Sturm und Trockenheit. In tieferen, wärmeren Lagen steht sie meist nur, weil sie dort gepflanzt wurde.

Im Klima von morgen

Kaum eine Baumart hat seit 2018 so gelitten: Trockenheit schwächte die flach wurzelnden Fichten, und der Borkenkäfer vernichtete ganze Bestände.

Auch die Kuchalb war vorher eine Fichtenmonokultur. In kühlen, feuchten Lagen und als Beimischung in Mischwäldern hat die Fichte weiter ihren Platz, aber nicht mehr als Reinbestand.

Woran du sie erkennst

Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen. Am verlässlichsten ist das Blatt.

Blatt der Fichte
Zweig der Fichte
Blatt
Kurze, spitze, vierkantige Nadeln, die rundum am Zweig stehen und stechen; jede sitzt auf einem kleinen Stielchen.
Rinde
Rötlich bis graubraun, dünn und in runden Schuppen abblätternd; daher auch Rotfichte.
Frucht
Lange, hängende Zapfen, die als Ganzes abfallen; das, was die meisten „Tannenzapfen“ nennen.
Wuchs
Schlanker, gerader Stamm mit spitzer, kegelförmiger Krone bis ins Alter.

Was an ihr lebt

In naturnahen Bergwäldern ist die Fichte Lebensraum für Auerhuhn, Sperlingskauz und Dreizehenspecht. Ihre Samen fressen Eichhörnchen und der Fichtenkreuzschnabel. Im Monokulturforst dagegen ist der Boden unter ihr dunkel und arm an Arten.

Holz: Leicht, fest und gut zu bearbeiten. Das wichtigste Bauholz in Deutschland, dazu Papier und Resonanzholz für Instrumente.

Ihr Holz klingt so gut, dass aus Bergfichten die Decken von Geigen und Gitarren gemacht werden.
Die Besonderheit der Fichte

Fragen zur Fichte

Die Frage ist nicht dabei?

+49 177 423 2102baum@staufenwald.de

Sind Tannenzapfen eigentlich Fichtenzapfen?
Meistens ja. Tannenzapfen stehen aufrecht und zerfallen am Baum, deshalb findet man am Boden fast nie einen ganzen. Die langen Zapfen auf dem Waldweg sind fast immer von Fichten.Weißtanne im Steckbrief
Warum sterben so viele Fichten?
Weil sie flach wurzeln und in Dürresommern zu wenig Wasser bekommen. Geschwächte Fichten können sich nicht mehr mit Harz gegen den Borkenkäfer wehren, und der vermehrt sich in warmen Jahren in mehreren Generationen. In Monokulturen springt er von Baum zu Baum.Was nach dem Fichtensterben kommt

Fichte bei Staufenwald

In der Mischung von Kuchalb und Lützelalb steht keine Fichte; die Kuchalb ist genau an einer Fichtenmonokultur gescheitert. Für Firmenwälder und Flächenpatenschaften setzt der Forstbetrieb sie auf Wunsch höchstens einzeln beigemischt in kühlen, feuchten Lagen, nie als Bestand.

Einen Baum pflanzen lassen

Einzelne Bäume aus dem Shop wachsen in der Mischung der Kuchalb oder als Weißtanne auf der Lützelalb. Fichte als Wunschart gibt es für Firmenwälder und Flächenpatenschaften.