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Schwarzerle

Alnus glutinosa

Der Baum der Bachufer und Bruchwälder. Die Schwarzerle wächst mit nassen Füßen, bindet über ihre Wurzeln Stickstoff aus der Luft und hält mit ihrem Wurzelwerk Ufer fest.

Steckbrief der Schwarzerle

Familie
Birkengewächse (Betulaceae)
Endhöhe
20 bis 30 m
Alter
100 bis 120 Jahre
Wurzel
Herzwurzel, tief
Licht
Lichtbaumart
Blüte
März bis April, Wind
Heimisch
ja, in ganz Deutschland
Baum des Jahres
2003
Setzlinge
mit Herkunftsnachweisnach dem Forstvermehrungsgutgesetz

Wo die Schwarzerle wächst

Boden, Wasser und Licht entscheiden, wo eine Art gedeiht. Und das Klima von morgen entscheidet, ob sie dort bleibt.

Standort und Boden

Die Schwarzerle braucht Wasser: Sie wächst an Bächen, Gräben, Quellmulden und in Bruchwäldern, auf Böden, die zeitweise oder dauernd nass sind. Auf trockenen Kalkböden, wie sie auf der Hochfläche der Alb überwiegen, gedeiht sie nicht; ihr Platz sind die feuchten Senken und Bachläufe.

Im Klima von morgen

An Gewässern bleibt die Schwarzerle eine Schlüsselart, weil sie Ufer stabilisiert und Wasser beschattet. Sinkende Grundwasserstände und trockene Sommer setzen ihr zu, und eine eingeschleppte Pilzkrankheit, das Erlensterben, hat Bestände an manchen Flüssen geschwächt.

Woran du sie erkennst

Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen. Am verlässlichsten ist das Blatt.

Blatt der Schwarzerle
Blattform der Schwarzerle
Blatt
Fast rund mit stumpfer oder leicht eingekerbter Spitze, doppelt gesägt; jung klebrig, daher „glutinosa“.
Rinde
Dunkel graubraun bis schwarz, im Alter in kleine Platten zerrissen.
Frucht
Kleine, holzige, zapfenartige Fruchtstände, die den Winter über am Baum hängen.
Wuchs
Gerader Stamm mit kegelförmiger Krone; am Ufer oft mehrstämmig aus dem Stock.

Was an ihr lebt

Mit Knöllchen an den Wurzeln bindet sie über Bakterien Stickstoff aus der Luft und düngt so den Boden. Ihre Wurzeln reichen bis ins Wasser und schützen Ufer vor Abbruch, ihr Schatten hält Bäche kühl für Fische. Die Samen im Winter sind Futter für Erlenzeisige und Stieglitze.

Holz: Weich und gleichmäßig, frisch geschnitten leuchtend orangerot. Unter Wasser sehr dauerhaft; Möbel, Spielzeug, Räucherholz.

Ihr Holz verfault unter Wasser kaum; Venedig steht zum Teil auf Erlenpfählen.
Die Besonderheit der Schwarzerle

Fragen zur Schwarzerle

Die Frage ist nicht dabei?

+49 177 423 2102baum@staufenwald.de

Warum wird Erlenholz beim Schneiden rot?
Gerbstoffe im Holz reagieren mit dem Sauerstoff der Luft und färben die frische Schnittfläche innerhalb von Minuten orangerot. Später dunkelt das Holz zu einem hellen Rotbraun nach.
Wo wächst die Schwarzerle?
An Bächen, Flüssen, Seen und in Bruchwäldern, überall dort, wo der Boden nass ist. Sie verträgt Staunässe und Überflutung wie kaum ein anderer heimischer Baum.

Schwarzerle bei Staufenwald

Die Schwarzerle passt nicht auf die trockene Hochfläche der Alb. Für Firmenwälder und Flächenpatenschaften pflanzt der Forstbetrieb sie auf Wunsch nur dort, wo die Fläche eine feuchte Senke oder einen Graben hat.

Einen Baum pflanzen lassen

Einzelne Bäume aus dem Shop wachsen in der Mischung der Kuchalb oder als Weißtanne auf der Lützelalb. Schwarzerle als Wunschart gibt es für Firmenwälder und Flächenpatenschaften.