Weißtanne
Abies alba
Der heimische Nadelbaum, der im Schatten älterer Bäume heranwächst. Sie wurzelt tiefer als die Fichte und gehört ausgewachsen zu den höchsten Bäumen im Wald.
- Anteil auf der Lützelalb
- 100 %die einzige Art dieser Fläche
- Höhe nach 30 Jahren
- 10 m
Die Höhe ist ein Richtwert für diesen Standort, keine zugesicherte Eigenschaft.
Warum die Weißtanne hier steht
Jede Art im Bestand hat einen Standortgrund und einen Klimagrund. Das sind die beiden dieser Art.
Standort und Boden
Die Weißtanne mag frische, tiefgründige Böden und reichlich Niederschlag, wie ihn die Mittelgebirge im Süden Deutschlands bieten.
Sie verträgt von allen heimischen Nadelbäumen den meisten Schatten: Unter dem Kronendach älterer Bäume wächst sie über Jahrzehnte langsam heran und legt zu, sobald Licht kommt. Spätfrost in der Jugend und lange Trockenheit verträgt sie schlecht.
Im Klima von morgen
Mit ihrer Pfahlwurzel erreicht die Tanne tiefere Bodenschichten als die flach wurzelnde Fichte und steht fester gegen Sturm.
In der Forstwirtschaft gilt sie deshalb als die heimische Nadelbaumart, die in vielen Lagen an die Stelle der Fichte treten kann. Hitze und lange Trockenheit setzen aber auch ihr zu, vor allem in den ersten Jahren.
Woran du sie erkennst
Vier Merkmale, die auch ohne Bestimmungsbuch reichen. Am verlässlichsten ist das Blatt.

- Blatt
- Flache, weiche Nadeln mit eingekerbter Spitze und zwei weißen Wachsstreifen auf der Unterseite; sie stehen gescheitelt zu beiden Seiten des Zweigs.
- Rinde
- Lange glatt und hell silbergrau, daher der Name; im Alter in kleine Schuppen gefeldert.
- Frucht
- Aufrechte Zapfen auf der Oberseite der Zweige, die am Baum zerfallen; am Boden liegen nur Schuppen und Spindeln.
- Wuchs
- Gerader Stamm mit regelmäßigen Astquirlen; alte Tannen tragen oben eine abgeflachte Krone, das Storchennest.
Was an ihr lebt
Ihre Nadelstreu zersetzt sich leichter als die der Fichte und versauert den Boden weniger. Junge Triebe fressen Rehe gern; ohne Schutz vor Verbiss kommen junge Tannen vielerorts nicht über Kniehöhe hinaus. Aus dem Honigtau der Rindenläuse an alten Tannen tragen Bienen den Weißtannenhonig ein.
Ihre Zapfen stehen aufrecht auf den Zweigen und zerfallen dort. Ganze Tannenzapfen findet man am Boden nicht.
